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Der Schelm wurde bei der Gründung der Schelmenzunft im Jahre 1935 ins Leben gerufen. Sein blau-weiß gehaltenes Gewand mit den vielen Schellen drückt überschäumende Lebensfreude und Schalkhaftigkeit aus. Er ist das Zunft-Häs, und es sollte jedes, vornehmlich jüngere, aktive Zunftmitglied bestrebt sein, einen Schelm zu tragen.

Im krassen Gegensatz dazu steht der ruhig-freundliche und behäbige Mittwocher. Seit dem frühen Mittelalter besitzt Staufen das Marktrecht. Jahrhunderte hindurch kamen Bauern und Handwerker aus der ganzen näheren und weiteren Umgebung hierher, um ihre Waren anzubieten. Der Markttag war der Mittwoch. Er war für die Staufener und ihre Besucher ein Verschnauf- und Festtag, wie J.P. Hebel schon besungen hat:

Z’Staufe uffem Märt, hen si was ma gehrt,
Tanz und Wi un Luschtbarkeit, was eim numme s’Herz erfreut.

Dieser Markttag brachte den Staufenern den Übernamen Mittwocher ein. Angeregt durch diese Gepflogenheit kamen im Jahre 1950 Albert Ganter und Alfred Schladerer auf den Gedanken, diesen Staufener Bürger, wie er den Markt besuchte und anschließend sein Viertele trank, in seiner urwüchsigen Art zu erhalten. Der Holzschnitzer Franz Spiegelhalter aus Freiburg entwarf daraufhin die Mittwochermaske.

Der Staufener Bürger kam schon seinerzeit nicht ohne Frau aus. So wurde denn dem „Mittwocher“ auch ein Weib zugegeben. Das Schnurrewieb. Es steht dem „MIttwocher“ in seiner Art nicht nach: freundlich, liebenswürdig und schwatzhaft. Wie auch der Mittwocher verteilt es gönnerhaft Gutsele, Äpfel, Mandarinen, Zwiebeln und dergleichen. Das wichtigste Merkmal jedoch ist das Schnurren, d.h. im Schutze der Narrenmaske den lieben Mitmenschen ihre kleinen Schwächen und Sünden auf nette Art unter die Nase zu reiben.